Was ist die Osteuropahilfe der Landkreise Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen?
Der 1989 zur Unterstützung für DDR-Flüchtlinge gegründete Verein, hat sich in seiner nunmehr über 20jährigen Geschichte stets für die Schwachen und Bedürftigen in den Nachfolgestaaten des auseinandergefallenen Ostblocks eingesetzt und humanitäre Hilfe geleistet. Von der DDR angefangen über Tschechien, Bosnien, Albanien und Kaliningrad liegt heute der Schwerpunkt unserer Aktivitäten in der westlichen Ukraine.Unsere Arbeit vollzieht sich dabei auf drei unterschiedlichen Ebenen:
1. Sachlieferungen von in Deutschland nicht mehr benötigten, aber noch voll brauchbaren Gütern, die in der Ukraine noch vollen Nutzen stiften können, wie Krankenhausbedarf, Computer, Waschmaschinen, Kühlschränke, Bettwäsche, Herren-, Damen- und Kinderbekleidung
2. Dienstleistungen: z.B. von der Osteuropahilfe entsandte Akustikspezialisten und HNO-Ärzte haben die gesamte hörtechnische Versorgung der 150 Schüler des Internats für schwersthörbehinderte Kinder in Pidkamin bei Brody übernommen und passen vor Ort mitgebrachte Hörgeräte ein, korrigieren vorhandene Geräte und reparieren diese.
3. Direkte gezielte finanzielle Unterstützung ausgewählter Projekte, z.T. auch gedacht als Hilfe zur Selbsthilfe.
Wo arbeitet der Verein Osteuropahilfe?
Der juristische Sitz der Osteuropahilfe ist die Stadt Starnberg. Wie der Vereinsname aber bereits verrät, umfasst das Tätigkeits- und Sammelgebiet der Osteuropahilfe die beiden Landkreise Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen, also ein Gebiet, das sich von Inning am Ammersee im Norden bis nach Vorderriß an der österreichischen Grenze im Süden erstreckt. Diese respektable Ausdehnung unseres Operationsgebiets ist immer dann eine besondere Herausforderung, wenn es gilt, z. B. die aufgrund eines Presseaufrufs für Kühlschränke angebotenen Aggregate durch freiwillige Helfer des Vereins abzuholen und in die Zwischenlager zu transportieren.Wozu spricht die Osteuropahilfe mit Abgeordneten?
In 2008 konnten wir die aus unserem Wahlkreis stammende Bundestagsabgeordnete und derzeitige Bundes-Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner sowie das damalige Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Gabriele Stauner, den Bundesagsabgeordneten Klaus Barthel und die Bundestagsabgeordnete Frau Dr. Bärbel Kofler und sowie die Bundestagsabgeordnete und jetzige Bundesjustizministerin Frau Sabine Leutheusser- Schnarrenberger jeweils in einem persönlichen Gespräch über die Sorgen und Nöte einer für die Ukraine tätigen humanitären Hilfsorganisation informieren und alle Abgeordneten für den am 16. Juni 2008 im Deutschen Bundestag durchgeführten „Tag der Ukraine“ sensibilisieren."Tag der Ukraine" im Deutschen Bundestag
Am 16. Juni 2008 fand im Reichstag in Berlin ein vom Deutschen Bundestag veranstalteter „Tag der Ukraine“ statt, an dem vor allem Parlamentarier aus der Ukraine und aus Deutschland teilnahmen. Auch die Osteuropahilfe war mit Richard Dimbath, Roderich v. Pilar, Günter Bocker sowie der Leiterin des Deutschen Jugendzentrums in Lemberg, Anita Weininger vertreten und konnte die Sorgen einer humanitären Hilfsorganisation den teilnehmenden deutschen und ukrainischen Abgeordneten näher bringen.W er sind die Mitglieder der Osteuropahilfe?
Die gut einhundert Mitglieder der Osteuropahilfe setzen sich zusammen vor allem aus dem aktiven Berufsleben ausgeschiedenen Männern und Frauen, die in ihrem Ruhestand sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen wollen, sondern sich für das Gemeinwohl und die im Schatten stehenden Menschen interessieren, sich für eine gute Sache engagieren und durch ihren Einsatz zusätzliche persönliche Befriedigung finden.Natürlich gibt es – wie in jedem Verein – aktive und passive Mitglieder. Beide sind gleichermaßen für eine Organisation wichtig. Zu dem aktiven, naturgemäß zahlenmäßig kleineren Teil, zählen in erster Linie kräftige Männer. Denn das Einsammeln, Auf- und Abladen von Krankenhausbetten oder Waschmaschinen erfordern Muskelkraft und Ausdauer. Da die Älteren unserer anpackenden Helfer bereits im achten Lebensjahrzehnt stehen, ist die Osteuropahilfe auch stets auf der Suche nach neuen, jüngeren Mitgliedern und Helfern.
Und die eher passiven Mitglieder geben den Aktiven durch ihre Mitgliedschaft den notwendigen psychologischen Rückhalt und das Wissen, dass hinter ihnen Gleichgesinnte stehen und die auch durch ihre Spendenbereitschaft die Existenz des Vereins sichern helfen.
Wann und wo treffen sich die Vereinsmitglieder in 2010?
Alle zwei Monate gibt es ein Treffen für Mitglieder und Interessierte. Die Treffen finden derzeit im Gasthof „Zum Löwenbräu“, Untermarkt, in Wolfratshausen statt, Beginn 19.30 Uhr. Die Termine sind jeweils mittwochs und zwar am- Dienstag 6. April
- Dienstag 4. Mai
- Dienstag 1. Juni
- Dienstag 6. Juli
- Dienstag 7. September
- Dienstag 5. Oktober
Wo hilft der gemeinnützige Verein Osteuropahilfe?Die humanitäre Hilfsarbeit der Osteuropahilfe konzentriert sich auf den westlichen Teil der Ukraine, genauer gesagt auf das Gebiet des ehemaligen Galizien, das bis zum Ende des 1. Weltkriegs Teil der k.u.k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarn war.
Die Hauptstadt dieses Gebiets ist nach wie vor die heutige Millionenstadt Lemberg, wo sich auch einer der Schwerpunkte unserer Aktivitäten befindet. Etwa 110 km östlich davon, auf der Fernstraße Lemberg-Kiew, liegt die Stadt Brody, bis 1918 nordöstlichster Punkt der Donaumonarchie und Grenzort zum russischen Zarenreich. Brody wird bereits seit 1991 durch die Osteuropahilfe unterstützt; unser Partner dort ist die Kreisassoziation der Invaliden. Die Stadt hat rund 23.000 Einwohner und war in ihrer Blütezeit im 19. Jahrhundert ein durch besondere Handelsprivilegien gefördertes, wohlhabendes Wirtschaftszentrum. Von der bis zum Beginn des 2. Weltkriegs mehrheitlich jüdischen Bevölkerung ist heute so gut wie nichts mehr vorhanden; die deutsche SS hat in mehreren Pogromen diesen Teil der Bevölkerung ermordet. Letzte Zeugen der Vergangenheit sind die Ruine der ehemaligen Synagoge, der große jüdische Friedhof sowie die Werke des bekanntesten Sohns der Stadt, des Schriftstellers Joseph Roth, der Brody in seinem Roman „Radetzkymarsch“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Auch die Stadt selber hat in beiden Weltkriegen empfindliche Zerstörungen hinnehmen müssen.
Und rund 25 km südlich von Brody liegt das Dorf Pidkamin, wo sich die bereits erwähnte Internatsschule für schwersthörbehinderte Kinder sowie eine Zweigniederlassung des Bezirkskrankenhauses von Brody befinden; beide Institutionen gehören zu unseren bevorzugten Förderprojekten.
Spendenannahme und -Bedarf
1. Kleidung und Schuhwerk
2. Gebrauchte Hörgeräte (nur digitale Geräte)
Bei unserem Besuchen in der Ukraine, aber auch in Kaliningrad, wurden bisher ca. 300 schwerhörigen Kindern (von ca. 4 bis 16 Jahren) Hörgeräte angepasst. Eltern und Kinder konnten sich so erstmalig ohne Zeichensprache verständigen. Manche Eltern weinten vor Glück, die Kinder strahlten. Sie haben jetzt auch eine berufliche Chance. Bei uns gibt es in vielen Familien abgelegte aber noch funktionsfähige Hörgeräte, da lohnt sich das Nachforschen, und die Kinder danken es den Spendern.
Nur in wenigen Haushalten gibt es Waschmaschinen, Gasherde, Kühlschränke, etc. Die Stromstärke ist wie bei uns 220 Volt.
4. Kopierer , Drucker und Scanner
Die Schulen und Krankenhäuser benötigen dingend voll funktionsfähige Kopierer, Drucker und Scanner. Schriftstücke werden oft noch mit Schreibmaschine und mit Blaupapier vervielfältigt.
5. Computer
Vor allem Schulen wünschen sich dringend Computer. Ferner werden für die Verwaltung Computer benötigt. Software ist nicht erforderlich, sie wird vor Ort angeschafft (wegen der kyrillischen Schrift). Auch einzelne Komponenten (Monitore, Platten, Speicherusw.) sind uns willkommen, damit können wir Geräte komplettieren oder aufrüsten. Obwohl wir schon viele Computer geliefert haben, ist die Nachfrage immer noch ungebrochen. Die Computer sollten Minimum 1 Gigaherz Prozessoren haben.
6. Krankenhausartikel und medizinische Geräte
Alles was in einem Krankenhaus gebraucht wird, Geräte, Verbrauchsmaterialien, Betten, Wäsche, Papierwindeln usw. ist immer willkommen.
7. Geldspenden
Die Transporte verursachen natürlich hohe Kosten (Benzin, Versicherung usw., Miete für LKW, Mieten für Lagerräume usw.; die Begleitmannschaft übernimmt ihre Reisekosten immer selbst). Geldspenden werden erbeten auf nachstehende Konten:
Kreissparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen BLZ 700 543 06 Kto.Nr. 5500 3560
Kreissparkasse München-Starnberg BLZ 702 501 50 Kto.Nr. 4 300 080 03
Raiffeisenbank Isartal eG BLZ 701 695 43 Kto.Nr. 101 90 15
Raiffeisenbank Starnberg eG BLZ 700 932 00 Kto.Nr. 292 30 09
Den Spendern gilt unser herzlichster Dank!
