Natalja in Wolfratshausen (Mitte) Natalja in Wolfratshausen (Mitte)

Osteuropa-Hilfe verhilft der jungen Ukrainerin Natalja Semtschuk zu einem Praktikum in Wolfratshausen

 

Bei der Hilfsfahrt der Osteuropahilfe nach Brody im September 2011 wünschte sich Natalja Semtschuk sehnlichst, ein Praktikum in Deutschland zu machen. Natalja ist 24 Jahre alt, spricht sehr gut Deutsch und ist die Tochter des ehemaligen Bürgermeisters von Brody. Mitglieder der Delegation versprachen, zu helfen.

 

Zurück in Wolfratshausen, wurden schnell Helfer gefunden. Bürgermeister Peter Plössl, auch Lehrer am Gymnasium Icking, sowie Fritz Büttner, zuständig für Personal im Landratsamt Starnberg halfen tatkräftig, einen Praktikumsplatz zu finden. Schon im Dezember 2011 konnte Natalja ihr Praktikum in Wolfratshausen antreten.

 

Das Visum wurde über die Stadt Wolfratshausen besorgt. Frau Marschner vom Vorzimmer des Ersten Bürgermeisters von Wolfratshausen vermittelte für den dreiwöchigen Aufenthalt eine Gastfamilie in Wolfratshausen. Natalja war dann von Anfang Dezember für eine Woche unter Anleitung von Peter Plössl Hospitantin am Gymnasium Icking. Die Strecke zur Schule konnte sie mit Herrn Plössl fahren oder auch manchmal mit der S-Bahn. Anschließend übernahm Fritz Büttner am Landratsamt Starnberg den zweiten Teil des Praktikums. (Ein gesonderter Bericht von ihm folgt).

 

Es war das erste Mal, dass ein Praktikum einer jungen Ukrainerin zwischen den Partnerstädten Wolfratshausen und Brody über die Osteuropahilfe zustande kam. Durch die guten Deutschkenntnisse und die gute Auffassungsgabe von Natalja verliefen die Wochen so wie sich alle Beteiligten das vorgestellt und gewünscht hatten. Wir danken allen, die diese Aktion unterstützt und möglich gemacht haben.

 

Josef Reitinger

 

 

 

Bericht über das Praktikum von Natalija Semtschuk von Fritz Büttner

 

Bei der Fahrt einiger Mitglieder der Osteuropahilfe anlässlich der Einweihung der Thomas-Kapelle in Brody veranstalteten wir auch einen bayerischen Abend, bei dem auch der ehemalige Bürgermeister der Stadt, Bogdan Semtschuk, seine Frau Bogdana und seine Tochter Natalija anwesend waren. Während der launigen Unterhaltung erzählte Natalija, dass sie Betriebswirtschaft studiert hätte und in einer Firma für den Einkauf zuständig sei. Sie möchte sich aber noch fortbilden und habe starkes Interesse an einem Auslandspraktikum, natürlich am besten in Deutschland. Nachdem sie erfuhr, dass ich im Landratsamt Starnberg tätig bin, fragte sie mich in ihrer charmanten Art, ob sie nicht bei uns dort ein Praktikum machen könne. Ich versprach ihr, nach meiner Rückkehr nach Bayern die Möglichkeiten eines Praktikums abzuklären. Glücklicherweise erklärte sich der Geschäftsführer der im Landratsamt Starnberg ansässigen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung bereit, ab Anfang Dezember ein dreiwöchiges Praktikum zu ermöglichen. Das passte wunderbar zur Ausbildung von Natalija. Hinzu kam, dass sich auch der zweite Bürgermeister der Stadt Wolfratshausen, Herr Plößl, bereit erklärte, Natalija zwei Wochen im Gymnasium Icking hospitieren und sie am Unterricht teil nehmen zu lassen. Somit waren fünf Wochen Praktikum für die junge Frau perfekt und sie traf am 25.11.2011 in Wolfratshausen ein. Dank der tatkräftigen Mithilfe von Frau Marschner, der Assistentin des Wolfratshauser Bürgermeisters im Rathaus konnte für die vollständigen fünf Wochen eine Gastfamilie gefunden werden, bei der sich unsere Ukrainerin sehr wohl fühlte. Sie hatte zudem überraschend viele Kontakte zu ukrainischen Landsleuten, die auch viel mit ihr unternahmen. Aber auch Mitglieder der Osteuropahilfe, Richard Dimbath, das Ehepaar Reitinger oder ich selbst kümmerten sich natürlich während ihres Aufenthaltes um Natalja, sodass sie immer Kontakt und das   Gefühl hatte, willkommen zu sein.

In der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW), eine Einrichtung mit insgesamt zwei Mitarbeiterinnen und dem Geschäftsführer, wurde sie freundlich aufgenommen. Vom ersten Tag an wurde sie in den Geschäftsbetrieb eingebunden und bekam leichte, aber durchaus auch anspruchsvolle Tätigkeiten übertragen. Aufgrund ihrer guten Deutschkenntnisse fiel es ihr auch leicht, die Aufträge aufzunehmen und gut auszuführen. Neben umfangreichen Datenerfassungen war sie hauptsächlich mit der Vorbereitung und Begleitung von Veranstaltungen der Gesellschaft befasst. Sie war mit Freude dabei und wollte an jedem Tag des Praktikums dazu lernen und für sich einen Nutzen ziehen. So waren auch die Kollegen von der GfW von Natalija angetan und froh, in ihr eine tatkräftige Unterstützung bekommen zu haben. Die letzten beiden Tage des Praktikums verbrachte sie dann noch im Bürgerservice des Landratsamtes Starnberg und konnte bei Kfz-Zulassungen Einblick in den Behördenalltag bekommen. Ich glaube, das Praktikum war eine rundum gelungene Aktion, die die Freundschaft der Osteuropahilfe und Wolfratshausens mit der Partnerstadt Brody

Fritz Büttner