Projektgruppe Schäftlarn

Schon viele Jahre beteiligen sich Mitglieder aus Schäftlarn aktiv bei Projekten der Osteuropahilfe. Seit Bestehen der Freundschaft zwischen Schäftlarn und Pidkamin entwickelte sich eine Projektgruppe, die zum einen die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Gemeinden trägt, zum anderen setzt sie sich - im Zusammenwirken mit der Osteuropahilfe - seit 2015 verstärkt um Hilfe für die Menschen in Pidkamin ein.

 

Die Verantwortlichen der Projektgruppe sind

Josef Reitinger, neu gewähltes Vorstandsmitglied der Osteuropahilfe

Maria Reitinger - Frank Dopfer - Viktoria Sidorowa

 

Schäftlarn trauert um Nasar
 
so titelte der Münchner Merkur zur Nachricht vom Tod des 15-jährigen aus Pidkamin - am 1. Juli 2017 hat Nasar seinen Kampf gegen die Leukämie verloren.  
 
Seine Familie und wir danken allen Menschen von Nah und Fern, die mit ihrer großzügigen Hilfsbereitschaft ein Zeichen von Menschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt haben, von ganzem Herzen.
Maria Reitinger, Viktoria Sidorova, Frank Dopfer, Schäftlarn

 

Eine Aufnahme vom Sommer 2016, nach der erfolgreichen Knochenmarktransplantation, als die Hoffnung groß war, dass Nasar gesund wird.

Schäftlarn, 30.07.2017

18. bis 23. Juli 2017

Ukrainische Freunde zu Besuch in Schäftlarn  


Bereits zum dritten Mal waren Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde Pidkamin zu Besuch in Schäftlarn. Nach einer Reisezeit von insgesamt 31 Stunden mit Unterbrechungen in Krakau und in Dresden kam die Gruppe am Dienstag, den 18. Juli gegen Mittag in Schäftlarn an. Nach einem Imbiss und der Aufteilung in die Gastfamilien ging es zum Baden zum Starnberger See.
Am Mittwoch stand die anspruchsvolle Tour durch die Höllentalklamm bei Garmisch auf dem Programm, die den eher das Flachland gewohnten Gästen ordentlich Kondition abverlangte. Bei der Höllentalangerhütte angekommen, waren alle stolz, das Ziel erreicht zu haben. Für alle war dies ein beeindruckendes Erlebnis unserer schönen Bergwelt.  
Die Kinder im Alter von 12 bis 16 Jahren kamen in Begleitung der Direktorin der Mittelschule Pidkamin, Irena Veremchuk und Bürgermeister Bohdan Butynskyi, deshalb war ein Besuch in der Grundschule Schäftlarn ein Muss. Schulleiter Wolfgang Prechter nahm sich viel Zeit, um die Schule vorzustellen, gab im Musikraum „Probeunterricht“ zu Percussion und Tanz, ein Smartboard wurde im Klassenzimmer der 3c während des Unterrichts beobachtet. Den Kindern fiel der lockere Umgang zwischen Lehrern und Schülern auf und ungewöhnlich war für sie der Schulleiter in kurzen Hosen.  Beeindruckt waren die Kinder auch vom Klettergerüst auf dem Pausenhof, das sie kurzerhand besetzten. Einstimmig bekundeten alle Gäste, dass sie von einer solch schönen Schule nur träumen können.
Anschließend ging es zu Fuß zum Kloster Schäftlarn, wo sie von Abt Petrus begrüßt wurden. Nach dem Besuch der Klosterkirche, dem Prälatengarten und einer Stärkung im Biergarten des Klosterbräustüberls wanderten alle zur Isar. Dank des schönen Sommerwetters war Baden möglich - eine Aktivität, die ganz oben auf der Wunschliste stand.  
Freitag früh führte Zweite Bürgermeisterin Maria Reitinger die Schulleiterin Irena Veremchuk und Bürgermeister Bohdan Butynskyi durch das Rathaus, erklärte die einzelnen Ämter und stellte die Mitarbeiter vor. Zu Fuß ging es dann zum S-Bahnhof, denn Ziel des Ausflugs am Freitag war München  mit einem Spaziergang durch die Innenstadt und  die Kaufhäuser. Der schon obligatorische Ukraine-Abend mit allen Gästen, die übrigens alle zum ersten Mal in Schäftlarn waren, den Organisatoren und den Gasteltern fand am Gelände des TSV-Schäftlarn statt. Nach der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Matthias Ruhdorfer übernahm TSV-Vorstand Jürgen Zenner
das Wort. Er war im Mai zusammen mit seiner Frau zum ersten Mal in Pidkamin und lernte dort die sprichwörtliche Gastfreundschaft kennen. So gab er der Freude Ausdruck, die Gäste beim Sportverein bewirten zu können. Die Gäste bedankten sich für die Gastfreundschaft und den herzlichen Empfang und luden alle nach Pidkamin ein. Die Kinder hatten Volkstänze  einstudiert und trugen Texte zu der Ukraine und zu Deutschland vor und sangen Lieder über die Ukraine, sogar ein Gedicht von Goethe in deutscher Sprache war im Repertoire. Ihr Vortrag endete mit dem Appell „Die Kinder der Ukraine wollen Frieden!“
Der Samstag stand ganz im Zeichen von „Sommer - Sonne - Baden“. Das Wetter und der Starnberger See zeigten sich von der besten Seite und konnten die Kinder einen herrlichen Sommertag erleben. Bereits im dritten Jahr besuchten die ukrainischen Gäste dann am Abend das Konzert der Blaskapelle Hohenschäftlarn und erhielten so einen Eindruck von bayerischer Tradition.
Die Heimreise begann am Sonntag, 23. Juli um 08:30 mit einem Zwischenstopp in Wien. Am Montag gegen 10:00 waren die Gäste wieder zurück in der Ukraine.
Sowohl beim Besuch der Klosterkirche wie auch beim Ukraine-Abend wurde mit dem Anzünden von Kerzen bzw. einer Gedenkminute  dem kürzlich verstorbenen Mitschüler der Kinder, Nasar Molinskyy gedacht.  
Das alles ist trotz Sprachbarriere reibungslos möglich, weil bei allen Gelegenheiten Viktoria Sidorova nicht nur als Organisatorin sondern auch als Dolmetscherin mit großem Einsatz dabei ist. Mit den Kindern, die ab der ersten Klasse Englisch lernen, ist nach ein paar Tagen Zurückhaltung eine Verständigung möglich, die Deutsch Kenntnisse sind noch gering - im Übrigen hilft der Translator aus dem Internet.
Die Organisatoren Maria Reitinger, Viktoria Sidorova und Frank Dopfer bedanken sich im Namen der Gemeinde bei allen Spendern, die den Aufenthalt der Gäste mit diesem Programm ermöglichten - im Besonderen bei der Firma Schoenberger Group, der Raiffeisenbank Isartal und der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, dem TSV Schäftlarn, bei allen Einzelspendern und bei den Gasteltern, die Gäste aufgenommen, bewirtet und betreut haben. Sie sind stolz, dass die Unterbringung in Schäftlarn so selbstverständlich möglich ist und freuen sich auf weiteren Austausch im Rahmen der Freundschaft zwischen den Gemeinden Schäftlarn und Pidkamin.

Pressemitteilung vom 21.05.2017

 

Delegation der Gemeinde Schäftlarn auf  Freundschaftsbesuch in Pidkamin

 

Zum dritten Mal hat sich am 7. Mai eine Delegation der Gemeinde Schäftlarn auf den 1500 Kilometer langen Weg in die Ukraine gemacht. Über Ungarn, mit Übernachtung in Eger, dem ehemaligen Erlau, durch die Karpaten und vorbei an Lemberg erreichte die Gruppe am 8. Mai gegen Abend und ohne nennenswerte Wartezeiten an der ukrainischen Grenze die Gemeinde Pidkamin, mit der Schäftlarn seit 2012 freundschaftlich verbunden ist. Am Ortseingang wartete bereits das Empfangskomitee.
Ein herzlicher Empfang wurde in der Internatsschule für Hörbehinderte Kinder bereitet. In freundschaftlicher Atmosphäre wurden beim Abendessen der Freude über das Wiedersehen Ausdruck verliehen und die Aktivitäten der kommenden Tage besprochen. Zum ersten Mal erwarteten alle sechs Teilnehmer Privatquartiere bei pidkaminer Familien , ein deutliches Zeichen der Freundschaft und des Vertrauens, das sich seit dem ersten Besuch zwischen Pidkamin in Schäftlarn entwickelt hat.
Beim offiziellen Empfang im Rathaus begrüßte der 2015 neu gewählte Bürgermeister Bogdan Butynsky die Delegation und bestellte dabei Grüße an seinen Kollegen Dr. Matthias Ruhdorfer in Schäftlarn. Die zweite Bürgermeisterin Schäftlarns, Maria Reitinger überreichte die Gastgeschenke - einen bayerischen Bierkrug und Fotobücher der bisherigen Begegnungen mit deutschen und ukrainischen Texten - dank Viktoria Sidorova, als Übersetzerin. Da die meisten Delegationsteilnehmer in Pidkamin bereits bekannt waren - neben Maria Reitinger waren dies Josef Reitinger, Viktoria Sidorova und Frank Dopfer, beschränkte sich die Vorstellung auf Regina und Jürgen Zenner, die als Vertreter des TSV Schäftlarn das erste Mal nach Pidkamin mitreisten.
Ein wichtiges Thema war die Besprechung der bisherigen Hilfslieferungen und Hilfsgelder aus Schäftlarn. Bogdan Ukrainez, Direktor der Internatsschule für hörgeschädigte Kinder legte einen detaillierten Nachweis über die Verwendung der Gelder vor. So wurden Bedürftige mit Zuschüssen für Heizkosten unterstützt und Ausflüge für Kinder, insbesondere aus Familien, deren Väter sich im Krieg in der Ostukraine befinden, organisiert. In den folgenden Tagen wurden auch alte und behinderte Menschen besucht, die Hilfsgüter erhalten hatten. Die Delegationsmitglieder  waren von der offenkundigen Armut dieser Menschen tief betroffen. Damit steht für die Schäftlarner Gruppe außer Frage, dass Hilfe in jeder Form weiterhin nötig sein wird.
Beim Besuch in der Mittelschule trafen die Schäftlarner zum ersten Mal die neue Direktorin Irena Stepanivna Veremtschuk. Diese junge Lehrerin spricht perfekt Englisch, sie ist sehr sympathisch und aufgeschlossen - der  Funke sprang sofort über. Nach den  perfekten Vorführungen der Schüler und Schülerinnen und des Musiklehrers mit Gesang und deutschen Texten wurde der diesjährige Besuch der Kinder besprochen. Er soll im Juli stattfinden. Teilnehmen werden 16 Kinder in Begleitung von Direktorin Stepanivna Veremtschuk und Bürgermeister Bogdan Butynsky, der selbst Lehrer von Beruf ist.
Abgerundet wurde der Aufenthalt mit einem Rundgang nebst Führung im Kloster von Pidkamin, der Begleitung eines Fahrradausflugs der Kinder mit anschließendem Picknick und Tanz und Spiel in der Nähe, den der Pfarrer Bakaii aus Pidkamin organisiert hatte. Er leistet Jugendarbeit im besten Sinn. Besonders herzlich war die Begegnung mit den Kindern, die bisher in Schäftlarn waren und mit deren Eltern. Zwei Mädchen trugen ihre Erlebnisse und Eindrücke in Deutsch vor. Auf die Frage, welche Programmpunkte besonders beeindruckend waren, nannten sie die Berge und München mit Sightseeing und die großen "Konsumtempel".
Der bewegendste Moment der Reise war die Begegnung mit Nasar und dessen Familie. Nasar, seine Mutter und seine Schwester freuten sich sehr über den Besuch der Unterstützer aus Schäftlarn, war doch eine fast familiäre Beziehung in den knapp zwei Jahren seit Nasars Krankheit entstanden. Nasar befindet sich derzeit zuhause und er erhält eine palliative Behandlung, die alle 14 Tage in der Klinik in Lemberg statt findet. Die Freude über ein Wiedersehen konnte aber nicht über das große Leid, das Nazar und seiner Familie widerfährt hinwegtäuschen - eine Gesundung ist nicht mehr zu erwarten und die Mutter trägt schwer am Wissen, dass ein Abschied von Nazar immer näher rückt.  Mit der behandelnden  Ärztin, Frau Dr. Vorobel, halten die Organisatoren der Spendensammlung für Nasar nach wie vor engen Kontakt. So war auch ein persönliches Kennenlernen bei einem Abendessen am letzten Tag in Lemberg auf dem Programm. Dabei wurden die Abläufe und der Wechsel zwischen Hoffnung und Rückschlägen der letzten zwei Jahre reflektiert. Frau Dr. Vorobel bedauerte, dass die Heilung der akuten myeloischen Leukämie derzeit nicht immer möglich sei. Sie berichtete aber, dass die Forschung auf einem gutem Weg sei, die Heilungschancen auch für diese Krankheit deutlich zu verbessern.
 
Nach spätabendlicher und herzlicher Verabschiedung von Dr. Vorobel, die unter den gegebenen Möglichkeiten vorbildlich um Nazar besorgt ist und nach einer kurzen Nacht im Hotel waren am nächsten Morgen Aufbruch und Heimreise angesagt. Diesmal nur mit Rastpause in Österreich (die Einreise nach Ungarn war fast einem "Durchwinken" ähnlich) in 16 Stunden von Lemberg nach Schäftlarn.
 
Auch diesmal hat sich wiederum gezeigt, es gibt noch unendlich viele "Baustellen" in Sachen Hilfe für Pidkamin.  Neben der Organisation von weiteren Treffen im Rahmen der Freundschaft werden deshalb die Schäftlarner nicht aufgeben, sich auch um Lieferung von Hilfsgütern und Hilfsgeldern zu bemühen.

Freundschaft zwischen Schäftlarn und Pidkamin

Die Projektgruppe organisiert seit 2012 gegenseitige Besuche von Bürgern wie auch den Bürgermeistern beider Gemeinden. Bereits zum zweiten Mal waren heuer Kinder und Jugendliche aus Pidkamin in den Sommerferien in Schäftlarn. Die Projektgruppe kümmert sich um die Unterbringung der Gäste, um Zuschüsse und Spenden für die Finanzierung und gestaltet den Aufenthalt mit kulturellen und touristischen Programmpunkten.

Für 2017 ist eine Delegationsreise nach Pidkamin geplant vom 7. bis 12. Mai mit sieben Teilnehmern. Im Mittelpunkt steht das erste Treffen mit dem 2015 neu gewählten Bürgermeister Bogdan Butynsky und dem Dorfrat. Daneben stehen Besuche in der Mittelschule, dem Kindergarten, der Musikschule und dem Internat für Hörgeschädigte Kinder auf dem Programm und Gespräche in kleiner und großer Runde. Wie immer werden auch Überraschungen bei der Programmgestaltung durch unsere Freunde in Pidkamin erwartet.

 

Hilfe für Pidkamin

Schwerpunktmäßig setzt sich die Projektgruppe im Zusammenwirken mit der Osteuropahilfe seit 2015 verstärkt um Hilfe für die Menschen in Pidkamin ein. Ein Aufruf in der Gemeinde Schäftlarn um Hilfsgüter und Hilfsgelder zeigte eine große Bereitschaft, für Pidkamin zu spenden. Die Gemeinde Pidkamin hat einen eigenen Wohltätigkeitsfonds gegründet und ein Lager organisiert, um selbst Hilfsgüter empfangen zu dürfen.

Im Oktober 2016 wurde erstmals ein Lastzug mit Sachspenden im Rahmen der Osteuropahilfe direkt nach Pidkamin geschickt. Mit den gespendeten Geldern wurden in Pidkamin bereits bedürftige Familien unterstützt und für das Krankenhaus eine Waschmaschine angeschafft.

 

Hilfe für Nasar

Ein weiterer Schwerpunkt hat sich durch die Leukämieerkrankung des 14jährigen Nasar aus Pidkamin ergeben. 2015 wurde durch einen groß angelegten Spendenaufruf, der dank großzügiger Einzelspender aus nah und fern, von Firmen der Region und Organisationen wie Herz für Kinder, child fund und Sternstunden die notwendige Summe von 85.000 € erbrachte. Damit wurde für Nasar eine Knochenmarktransplantation (KMT) in der Uni-Klinik Verona finanziert. Nach einem Rückfall im Oktober 2016 läuft derzeit wieder eine Spendenaktion - die Projektgruppe ist zuversichtlich, dass der Betrag von 60.000 € für eine zweite Knochenmarktransplantation in Verona erreicht wird. Nasar wird derzeit in Verona auf diese KMT vorbereitet.

 

 

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