Pressemitteilung vom 21.05.2017

 

Delegation der Gemeinde Schäftlarn auf  Freundschaftsbesuch in Pidkamin

 

Zum dritten Mal hat sich am 7. Mai eine Delegation der Gemeinde Schäftlarn auf den 1500 Kilometer langen Weg in die Ukraine gemacht. Über Ungarn, mit Übernachtung in Eger, dem ehemaligen Erlau, durch die Karpaten und vorbei an Lemberg erreichte die Gruppe am 8. Mai gegen Abend und ohne nennenswerte Wartezeiten an der ukrainischen Grenze die Gemeinde Pidkamin, mit der Schäftlarn seit 2012 freundschaftlich verbunden ist. Am Ortseingang wartete bereits das Empfangskomitee.
Ein herzlicher Empfang wurde in der Internatsschule für Hörbehinderte Kinder bereitet. In freundschaftlicher Atmosphäre wurden beim Abendessen der Freude über das Wiedersehen Ausdruck verliehen und die Aktivitäten der kommenden Tage besprochen. Zum ersten Mal erwarteten alle sechs Teilnehmer Privatquartiere bei pidkaminer Familien , ein deutliches Zeichen der Freundschaft und des Vertrauens, das sich seit dem ersten Besuch zwischen Pidkamin in Schäftlarn entwickelt hat.
Beim offiziellen Empfang im Rathaus begrüßte der 2015 neu gewählte Bürgermeister Bogdan Butynsky die Delegation und bestellte dabei Grüße an seinen Kollegen Dr. Matthias Ruhdorfer in Schäftlarn. Die zweite Bürgermeisterin Schäftlarns, Maria Reitinger überreichte die Gastgeschenke - einen bayerischen Bierkrug und Fotobücher der bisherigen Begegnungen mit deutschen und ukrainischen Texten - dank Viktoria Sidorova, als Übersetzerin. Da die meisten Delegationsteilnehmer in Pidkamin bereits bekannt waren - neben Maria Reitinger waren dies Josef Reitinger, Viktoria Sidorova und Frank Dopfer, beschränkte sich die Vorstellung auf Regina und Jürgen Zenner, die als Vertreter des TSV Schäftlarn das erste Mal nach Pidkamin mitreisten.
Ein wichtiges Thema war die Besprechung der bisherigen Hilfslieferungen und Hilfsgelder aus Schäftlarn. Bogdan Ukrainez, Direktor der Internatsschule für hörgeschädigte Kinder legte einen detaillierten Nachweis über die Verwendung der Gelder vor. So wurden Bedürftige mit Zuschüssen für Heizkosten unterstützt und Ausflüge für Kinder, insbesondere aus Familien, deren Väter sich im Krieg in der Ostukraine befinden, organisiert. In den folgenden Tagen wurden auch alte und behinderte Menschen besucht, die Hilfsgüter erhalten hatten. Die Delegationsmitglieder  waren von der offenkundigen Armut dieser Menschen tief betroffen. Damit steht für die Schäftlarner Gruppe außer Frage, dass Hilfe in jeder Form weiterhin nötig sein wird.
Beim Besuch in der Mittelschule trafen die Schäftlarner zum ersten Mal die neue Direktorin Irena Stepanivna Veremtschuk. Diese junge Lehrerin spricht perfekt Englisch, sie ist sehr sympathisch und aufgeschlossen - der  Funke sprang sofort über. Nach den  perfekten Vorführungen der Schüler und Schülerinnen und des Musiklehrers mit Gesang und deutschen Texten wurde der diesjährige Besuch der Kinder besprochen. Er soll im Juli stattfinden. Teilnehmen werden 16 Kinder in Begleitung von Direktorin Stepanivna Veremtschuk und Bürgermeister Bogdan Butynsky, der selbst Lehrer von Beruf ist.
Abgerundet wurde der Aufenthalt mit einem Rundgang nebst Führung im Kloster von Pidkamin, der Begleitung eines Fahrradausflugs der Kinder mit anschließendem Picknick und Tanz und Spiel in der Nähe, den der Pfarrer Bakaii aus Pidkamin organisiert hatte. Er leistet Jugendarbeit im besten Sinn. Besonders herzlich war die Begegnung mit den Kindern, die bisher in Schäftlarn waren und mit deren Eltern. Zwei Mädchen trugen ihre Erlebnisse und Eindrücke in Deutsch vor. Auf die Frage, welche Programmpunkte besonders beeindruckend waren, nannten sie die Berge und München mit Sightseeing und die großen "Konsumtempel".
Der bewegendste Moment der Reise war die Begegnung mit Nasar und dessen Familie. Nasar, seine Mutter und seine Schwester freuten sich sehr über den Besuch der Unterstützer aus Schäftlarn, war doch eine fast familiäre Beziehung in den knapp zwei Jahren seit Nasars Krankheit entstanden. Nasar befindet sich derzeit zuhause und er erhält eine palliative Behandlung, die alle 14 Tage in der Klinik in Lemberg statt findet. Die Freude über ein Wiedersehen konnte aber nicht über das große Leid, das Nazar und seiner Familie widerfährt hinwegtäuschen - eine Gesundung ist nicht mehr zu erwarten und die Mutter trägt schwer am Wissen, dass ein Abschied von Nazar immer näher rückt.  Mit der behandelnden  Ärztin, Frau Dr. Vorobel, halten die Organisatoren der Spendensammlung für Nasar nach wie vor engen Kontakt. So war auch ein persönliches Kennenlernen bei einem Abendessen am letzten Tag in Lemberg auf dem Programm. Dabei wurden die Abläufe und der Wechsel zwischen Hoffnung und Rückschlägen der letzten zwei Jahre reflektiert. Frau Dr. Vorobel bedauerte, dass die Heilung der akuten myeloischen Leukämie derzeit nicht immer möglich sei. Sie berichtete aber, dass die Forschung auf einem gutem Weg sei, die Heilungschancen auch für diese Krankheit deutlich zu verbessern.
 
Nach spätabendlicher und herzlicher Verabschiedung von Dr. Vorobel, die unter den gegebenen Möglichkeiten vorbildlich um Nazar besorgt ist und nach einer kurzen Nacht im Hotel waren am nächsten Morgen Aufbruch und Heimreise angesagt. Diesmal nur mit Rastpause in Österreich (die Einreise nach Ungarn war fast einem "Durchwinken" ähnlich) in 16 Stunden von Lemberg nach Schäftlarn.
 
Auch diesmal hat sich wiederum gezeigt, es gibt noch unendlich viele "Baustellen" in Sachen Hilfe für Pidkamin.  Neben der Organisation von weiteren Treffen im Rahmen der Freundschaft werden deshalb die Schäftlarner nicht aufgeben, sich auch um Lieferung von Hilfsgütern und Hilfsgeldern zu bemühen.

 

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